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Der Badespaß wird zum Tanzvergnügen im Luna-Park Berlin.



Musik – das Lebensgefühl der Zwanziger Jahre


Im Schlager und Gassenhauer, in großen Varietés und  bei mondänen Bällen: Die Musik bestimmte in den  Goldenen Zwanziger Jahren den rasanten Takt des Lebens.

Tanz- und Revuefilme aus den USA inspirierten die deutsche Musikkultur.


Das ist die Liebe der Matrosen


Das ist die Liebe der Matrosen!
Auf die Dauer, lieber Schatz, ist mein Herz kein Ankerplatz.
Es blüh’n an allen Küsten Rosen,
und für jede gibt es tausendfach Ersatz, gibt es Ersatz!
Man kann so süß im Hafen schlafen,
doch heißt es bald auf Wiedersehn!
Das ist die Liebe der Matrosen,
von dem kleinsten und gemeinsten Mann bis rauf zum Kapitän.

Ahoi! Die Welt ist schön,
und muß sich immer dreh’n,
da wolln wir mal ein Ding dreh’n!
Jawoll, Herr Kapitän! Jawoll, Herr Kapitän!
Was nützt uns sonst die Kraft!
Blut ist kein Himbeersaft!
Die Sache wird schon schief geh’n.
Jawoll, Herr Kapitän! Jawoll, Herr Kapitän!
Und hast du eine Fee,
dann schreib ihr: Schatz, ade!
Ich muß mal eben rüber zum Titicacasee.

Das ist die Liebe ...

Von Kapstadt bis Athen,
da gibt es was zu seh’n,
wo für ist man denn Seemann?
Jawoll, Herr Kapitän! Jawoll, Herr Kapitän!
Wie schön ist es zu Haus,
doch halten wir’s nicht aus.
Woanders ist es auch schön!
Jawoll, Herr Kapitän! Jawoll, Herr Kapitän!
Wenn dich die Tränen rühr’n,
dann schwör’s mit tausend Schwür'n:
Ich muss man am Äquator die Linie frisch lakkier'n!

Das ist die Liebe ...




Vier Musikerinnen steigen einem Hotel aufs Dach.

er Jazz kommt über den großen Teich und lässt Revuen und Tanzlokale in den großen Städten aus dem Boden schießen. In Berlin, damals drittgrößte Metropole der Welt, suchen amüsierwillige Menschen nach dem Ersten Weltkrieg Vergessen im Vergnügen.

Friedrich Hollaender wird zu einer zentralen Figur der populären Musik, komponiert und textet Lieder, schreibt Revuen und gründet ein eigenes Theater. Otto Reutter erzählt in seinen zahlreichen Couplets augenzwinkernd von Alltäglichem und Allzumenschlichem.

Die Stimme der Chansonette Claire Waldoff, für die auch Kurt Tucholsky schreibt, kennt Ende der 20er Jahre jeder fünfte deutsche Haushalt aus dem Radio. Fast a capella, nur vom Klavier begleitet, treten die Comedian Harmonists 1928 ihren melodiösen Siegeszug in Berlin an.
 
Musik ist der Motor, Lieder sind das Lebenselixier in dieser oft als dekadent apostrophierten Dekade.